Deinem inneren Ruf folgen – die Magie der Delfine
Sonntag, 29. August 2010Den Artikel ausdrucken und auf Papier lesen? Hier ist der Download: Was wir von Delfinen über unsere Arbeit lernen können
Was wir von Delfinen über unsere Arbeit lernen können
„Das Geheimnis, wie man es schafft, das Leben seiner Träume zu führen, besteht darin, einfach damit anzufangen, das Leben seiner Träume zu führen, und zwar sofort und so intensiv wie möglich.“ Dooley, Mike
Seit 8 Jahren habe ich das große Glück, einmal im Jahr beruflich mit freien Delfinen schwimmen zu dürfen. Aus einer mir damals aberwitzig erscheinenden Wunschfantasie wurde Wirklichkeit.
Gerade sind wir wieder hier, auf Bimini, einer magischen, kleinen Insel, mitten im karibischen Ozean. Die Zeit tickt hier anders. Ein Tag auf dem Ozean geht vorbei wie nichts und ist gleichzeitig gehaltvoll wie eine ganze Woche. Jeden Tag fahren wir hinaus auf das türkisblaue, kristallklare Meer, um uns von den hier wirklich freilebenden Delfinen finden zu lassen.
Die Meister der Gegenwart
Gestern, nach einer dieser zauberhaften Begegnungen hatte ich plötzlich eine Einsicht, die banal erscheinen mag, mich aber in diesem Augenblick zutiefst nachdenklich stimmte.
Mir wurde – so deutlich wie noch nie – klar, dass diese Wesen den ganzen Tag nichts anderes tun, als zu SEIN.
Delfine haben keinen Besitz, den sie mit sich tragen müssen.
Sie haben kein Geld auf einer Bank, um das sie sich sorgen könnten.
Delfine haben sehr wahrscheinlich kein Konzept davon, sich ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen zu müssen.
Kein Plan, keine Strategie, kein Gestern, kein Morgen.
Stattdessen eine aneinander gereihte Kette von voll erlebten Augenblicken.
Wusstest du, dass Delfine im Gegensatz zu uns bewusst atmende Wesen sind?
D.h., während wir uns einen ganzen Tag lang beschäftigen können, ohne je unseren Atem wahrzunehmen, entscheiden sich Delfine für jeden einzelnen Atemzug ganz bewusst. Sehr wahrscheinlich ist dies auch einer der Gründe für die intensive Präsenz der Gegenwart, die wir in ihrer Nähe spüren.
Delfine sind augenscheinlich (an ihrem Hirnpotenzial gemessen) mindestens so intelligent wie wir. Doch sie haben sich vor vielen Millionen Jahren für einen völlig anderen Entwicklungsweg entschieden. Sie bauen keine Häuser, Straßen und Maschinen wie wir. Dafür scheinen sie uns in der Kunst des gegenwärtigen SEINS und der Kommunikation weit voraus.
Ich könnte noch viel darüber schreiben, doch ich möchte vor allem die Fragen mit dir teilen, die nach der gestrigen Begegnung in mir auftauchten:
Wie weit ist das, was wir Menschen täglich tun, tatsächlich ein spontaner und freier Ausdruck unseres Selbst?
Wie sehr ist unsere tägliche Arbeit ein Spiel und ein kreatives Erobern neuer Freiräume?
Ein Demonstrieren unserer wahren Werte? Ein Austoben unserer wirklichen Neigungen?
Die Spaltung
Mir wurde wieder einmal mehr bewusst, welche schmerzhafte Spaltung unser vorherrschendes Konzept von Arbeit in sich birgt: Wir nehmen es als selbstverständlich hin, täglich für acht bis manchmal sechzehn Stunden Dinge zu tun, die uns nicht wirklich erfüllen. Wir begründen dies mit ökonomischen Zwängen und vergessen dabei, dass wir diejenigen sind, die das Hamsterrad erschaffen haben.
Vielleicht hältst du mich für einen naiven Utopisten, doch ich bin überzeugt davon, dass der Zweck unserer täglichen Arbeit Freude & freier Selbstausdruck sind.
Wusstest du, dass Delfine in Gefangenschaft zwar dressierte Schauspiele für ihr Futter aufführen, doch nur 2 Jahre alt werden – im Gegensatz zu ihren Artgenossen in Freiheit, die mindestens 30 Jahre alt werden können. Manche Delfine begehen in Gefangenschaft sogar Suizid.
Was geschieht mit unserer Freude und Lebenserwartung, wenn wir uns in der Gefangenschaft äußerer und innerer Zwänge befinden? Wenn wir für Geld dressierte Leistungen abliefern, anstatt das zu tun, wozu wir uns wirklich gerufen fühlen?
Verstehe mich bitte nicht falsch. Einen unangenehmen Job anzunehmen, um sich selbst und seine Familie zu ernähren, halte ich für zutiefst achtenswert und konsequent.
Doch es stimuliert mich ungemein, mir eine Welt auszumalen, in der Mensch nicht mehr nur arbeitet, um seine physischen Bedürfnisse abdecken zu können, sondern um sich voll und ganz zu verschenken!
Der amerikanische Psychologe Maslow veröffentlichte bereits 1943 sein Konzept der menschlichen Bedürfnispyramide. Die Idee dahinter ist einfach: Die menschlichen Bedürfnisse bauen wie die Stufen einer Pyramide aufeinander auf. Der Mensch versucht, zuerst die Bedürfnisse der niedrigsten Stufe zu befriedigen, bevor ein neues, differenzierteres Bedürfnis erscheint.
Die Bedürfnisebenen unserer Arbeit
Auf unsere Vorstellung von menschlicher Arbeit angewendet, können wir erkennen, dass Arbeit auf der untersten Ebene zuerst der Befriedigung unserer materiellen und physischen Bedürfnisse dient. In einem Land, in dem zum Beispiel große Armut herrscht, geht es nicht um Selbstverwirklichung in der Arbeit, sondern um das nackte Überleben. Ist das Überleben gesichert, meldet sich unser Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und Status zu Wort. Haben wir ausreichend Anerkennung durch andere erfahren, wächst der Wunsch, uns selbst besser kennenzulernen und unseren persönlichen Interessen gerechter zu werden. Ist auch dieser Evolutionsabschnitt gut durchlebt, reift in uns die Bereitschaft durch unsere Arbeit einen Beitrag zu leisten, anderen wirklich zu dienen.
Wir dürfen uns diese Entwicklungsstufen nicht starr getrennt voneinander vorstellen – eher wie Wellen, die ineinander fließen. Letztendlich sind alle vier Bedürfnisse in jedem von uns vorhanden.
Ich sehe diese vier Grundwellen durch meinen persönlichen Berufungsprozess und die Erfahrungen meiner Klienten hundertfach bestätigt. Das Konzept der Pyramide kann uns helfen, zu verstehen, welcher Aspekt unserer Arbeit nicht erfüllt ist und so auch uns nach der Arbeit unerfüllt nach Hause gehen lässt.
Mich beflügelt die Vorstellung, zu einer Welt beizutragen, in der es irgendwann absolut selbstverständlich ist, dass unsere Arbeit ganz natürlich alle vier Bedürfnisse stillt. Dies ist mein Verständnis von Integraler Arbeit.
Vier Ebenen einer integralen Arbeit
Integrale Arbeit schenkt uns ausreichend materielle Fülle als Basis. Denn solange wir uns in einer physischen Notsituation befinden, können wir nicht unsere wahre Kreativität entfalten.
Integrale Arbeit schenkt uns spielerisch die Anerkennung anderer Menschen. Sie macht uns und unseren einzigartigen Beitrag sichtbar. Wir gewinnen so wesentliches soziales Feedback. Anerkennung für das, was wir tun, ist etwas sehr Schönes. Sie muss nicht unser Ego mästen. Sie darf unsere Seele erfreuen.
Integrale Arbeit ist der gründlichste und intensivste Weg der Selbstverwirklichung, den ich kenne. In dem ich in meiner Arbeit wirklich ausdrücke, wer ich bin und woran ich glaube, beschleunige ich meinen eigenen Entwicklungsprozess enorm. Gleichzeitig bekomme ich (quasi als Biofeedback) die Erfahrung vermittelt, dass Arbeit wirklich Freude bereitet und mir mehr Energie gibt als nimmt.
Integrale Arbeit dient selbstverständlich, ohne großes Getöse, anderen Wesen in ihrem Glück. Für mich ist dies kristallklare Logik. Leben selbst ist ein universelles Netzwerk des Dienens. Blüte und Biene unterstützen einander perfekt, indem sie sind, was sie sind. So bin ich zutiefst sicher, dass du und ich für einen ganz bestimmten Zweck designt wurden.
“Dies ist die wahre Freude im Leben, benutzt zu werden für einen Zweck, den du selbst als einen machtvollen erkennst.“
George Bernard Shaw
Wie erfahren wir diesen Zweck?
In dem wir der Spur der reinen Freude in uns folgen. Es gibt viele Wege, doch nur in einer Richtung stehen dir alle Türen offen. Es ist der Weg deiner Passion. Der Weg deiner Sehnsucht, deiner Neigungen und besonderen Fähigkeiten. Du kannst dich uns allen nur dann voll verschenken, wenn du exakt den Ton triffst, für den dein Instrument gestimmt wurde.
Dann rennt deine Anstrengung nicht mehr dem Erfolg hinterher, sondern Erfolg stellt sich als natürlicher Nebeneffekt ein. Denn LEBEN ist immer daran interessiert, dir volle Entfaltung zu ermöglichen. Es ruft dich von innen und von außen. Wenn du dem Ruf folgst, wirst du langfristig mehr reine Freude empfinden und leichter Erfolg erfahren.
Wenn dies so natürlich ist, warum fällt es vielen erwachsenen Menschen so schwer, diesen Ruf zu hören, bzw. ihm zu vertrauen?
Weil die meisten von uns dazu erzogen wurden, ihren Instinkt gegen äußere Überlegungen einzutauschen. Womit ich bei dem Baby wäre.
Liah ist unsere jüngste Teilnehmerin hier in Bimini. Ich genieße es, sie mit ihrer Mutter zu erleben. Ihre Mama lauscht ihr und gibt ihr Raum.
Raum, ihrem Ruf zu folgen und aus den Konsequenzen zu lernen. Wir sind nun gerade einmal sieben Tage hier. Doch Liah hat allein in dieser Zeit so viel Neues gelernt. Frei, aus sich heraus – gespeist aus einer inneren Quelle der Neugier – lernt sie unglaublich rasant und effektiv. Sie zu beobachten, vertieft mein Vertrauen in die Intelligenz des Lebens. In deinen und meinen inneren Ruf.
Vielleicht geht es dir so wie mir. Irgendwann auf meiner Reise durch dieses Leben ist mir der Ruf abhandengekommen. Zu viele Autoritäten haben mir zu wenig vertraut. Anstatt mir Raum zu geben, wurde mir gesagt, wo es lang geht und was gut für mich ist. Dies ist kein Klagen. Denn im Endeffekt macht alles Sinn. Ich hatte, bis ich achtzehn Jahre alt war, meinen Ruf fast vollständig verloren. Ich habe weitere 18 Jahre gebraucht, um ihn wiederzuentdecken. Dadurch weiß ich, wie schmerzhaft es ist, nicht zu wissen, was man will und wofür man hier ist. Deshalb kenne ich die erlösende Freude, wenn man seine einzigartige Spur, seinen Klang, sein Lied, seine Passion wieder entdeckt.
Die zweite Geburt
„Es gibt zwei großartige Tage im Leben eines Menschen: den Tag, an dem wir geboren wurden, und den Tag, an dem wir entdecken, wofür.“
William Barclay
Ich wünsche von Herzen jedem Menschen diesen zweiten Tag.
Denn an diesem Tag löst sich die künstliche Grenze zwischen Arbeit und Privatleben auf.
An diesem Tag hören wir auf, für Geld zu arbeiten, sondern Geld wird uns endlich als sinnvolles Tauschmittel dienen.
An diesem Tag wird Erfolg ein angenehmer Nebeneffekt deines Selbstausdrucks.
An diesem Tag jubiliert die ganze Existenz, still oder laut, weil eine immense künstliche Anspannung von dir abfällt und dein Reichtum natürlich und lässig zu verströmen beginnt.
Was ist wirklich intelligent?
Die Intelligenz von Delfinen ist weitgehend anerkannt – dass ihr Hirn dem des Menschen sogar ebenbürtig ist, geben Studien aber erst jetzt preis. Nach neuesten Erkenntnissen erfüllen Delfine alle Kriterien, um als Individuum zu gelten. Gemessen an ihrer Größe haben Delfine etwas weniger Hirnmasse als der Mensch. Dafür ist ihr Hirn stärker gefaltet und hat eine größere Oberfläche, eine Eigenschaft, die die fehlende Masse wettmachen könnte. Die Faltung betrifft vor allem die Neocortex, eine Hirnstruktur, die komplizierte Denkvorgänge und das Selbstbewusstsein steuert. Spannend ist auch, dass Delfine bis jetzt mindestens 2 Millionen Jahre Zeit hatten, das Potenzial ihres Gehirns zu nutzen und zu entwickeln. Wir Menschen hingegen nur 250.000 Jahre.
Alle Delfin-Fotos: Atmoji
Stellt sich die Frage: Wenn Delfine ihre Intelligenz nicht dafür verwendet haben, Wolkenkratzer zu bauen und Computer zu entwickeln, wofür dann? Leben sie einfach nur so vor sich hin oder können wir tatsächlich etwas sehr Wertvolles von ihnen lernen?
Auch wenn es eigentlich nicht möglich ist, dass Verhalten von Tieren nach menschlichen Maßstäben zu bewerten – ich sehe so viel unbändige Freude und Spontanität in den Delfinen, denen ich hier, auf Bimini begegne. Stelle dir eine Welt über Wasser vor, in der Menschen tagtäglich das, was sie früher Arbeit nannten, nun als ein Spiel ansehen. Ein Spiel der Freude, um sich selbst frei auszudrücken und einander zu beschenken.
Wenn du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, hältst du mich sehr wahrscheinlich entweder für einen Fantasten oder du weißt ganz genau, von welchem inneren Ruf ich schreibe.
Im ersten Fall möchte ich dir gern noch sagen: Ich verstehe dich. Ich habe selbst lange Zeit nicht für möglich gehalten, dass ich einzig und allein dafür geboren wurde, Freude zu empfinden und Freude zu teilen. Doch seit einigen Jahren hat mich das Leben davon überzeugt, dass ich nie genug weiß, um mir den Luxus von Pessimismus leisten zu können.
Im zweiten Fall möchte ich dir gern zurufen: Es ist schön, dass du den inneren Ruf kennst. Bleib ihm treu, auch wenn er manchmal mehr Fragen als Antworten aufwirft. Nichts ist schöner, als ein Mensch, der sein Lied gefunden hat und es nun mit der Welt teilt.
Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit.
Mit herzlichem Gruß, Veit
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Das Special-Seminar zum Thema, auf den Bahamas.
Das nächste Seminar [The Call] findet vom 28.08.-03.09.2011 unter außergewöhnlich passenden Umständen statt. Wir verbringen diese Tage auf der kleinen, magischen Insel Bimini (Bahamas) und schwimmen mit freien Delfinen, Bimini, Bahamas. Die Gruppengröße ist auf 18 Teilnehmer begrenzt. Wir nutzen die magische Umgebung, die Weite des Ozeans und das freie Spiel der Delfine, um dich auf eine spannende Selbst-Entdeckungsreise einzuladen. Was liebst du zu tun? Womit möchtest du dienen? Was ist deine Mission hier auf Erden? Lausche deinem inneren Ruf und erforsche deine Begabungen und Passions! Entwickle eine lebendige Vision und ein klares Profil deiner wirklichen Berufung. Profitiere von der seltenen Möglichkeit, dich in einem sehr kleinen, intimen Gruppenrahmen von Veit Lindau coachen zu lassen. Ausführliche Informationen zum Inhalt dieser Woche gibt es auf der Homepage von Veit Lindau.
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