Von Größe und von Sternenstaub Teil I
Sonntag, 25. Juli 2010Teil 1 – Du bist wichtig
Integral zu leben heißt, die Berechtigung komplett verschiedener Perspektiven anzuerkennen. Es bedeutet, die dadurch auftretenden Paradoxa nicht nur zu billigen, sondern sie sogar zu genießen und ihre Synthese zu leben.
Zum Beispiel das Paradox von Größe und Winzigkeit.
Von Macht und Ohnmacht.
Von Wichtigkeit und Bedeutungslosigkeit.
Erlaubst du dir, zu deiner wahren Größe zu stehen?
Gestattest du dir den Luxus, deine bedeutungslose Winzigkeit zu spüren?
Einmal kam eine Klientin nach längerer Zeit wieder einmal zu mir und erinnerte mich an ein kurzes Gespräch vor etlichen Jahren, das ich längst vergessen hatte. Sie sagte: „Veit, seit damals habe ich nie wieder meine Kinder geschlagen.“ Wenn du so einen Moment einmal erfahren hast, weißt du, dass du wichtig bist. Dass dein Leben einen echten Unterschied macht. Wir teilen dies leider nicht oft genug miteinander und so wissen die meisten Menschen nicht, wie wichtig sie für uns andere sind.
Du bist wichtig für uns alle und du bist absolut einzigartig.
Es gibt einen Pfad in diesem Universum, der kann nur von dir betreten werden. Er ist nur für dich eröffnet worden und wird so nie wieder existieren.
Heute wirst du sehr wahrscheinlich anderen Menschen begegnen. Und wenn nicht heute, dann morgen. Jede dieser Begegnungen birgt einen einzigartigen Augenblick, der alles verändert. Für immer.
Die Gesten, die du heute gibst, kannst du nicht mehr zurücknehmen. Sie wirken weiter.
Die Gesten, die du heute zurückhältst, sind für immer verloren.
Die Begegnungen, die du heute hast, wird es so nie, nie, nie wieder geben. Ist dies nicht eine erregende Perspektive?
Heute an diesem stinknormalen Tag – herausgeschält aus der Ewigkeit – wird dich das Leben an eine Stelle des Universums stellen, an der noch nie jemand anderes gestanden hat und nie stehen wird. Hier wirst du eine Wahl treffen, die nur du treffen kannst.
Das Lächeln, welches du heute verschenkst, kannst an dieser Stelle wirklich nur du geben. Denn nie wird jemand anderes da je wieder sein und lächeln können.
Eine gute Frage im richtigen Augenblick – ausgesprochen oder verpasst?
Ein Kompliment – aufmerksam, genau, aus dem Herzen – gegeben oder zurückgehalten?
Eine Minute des Lauschens – wirklich da sein für den anderen – möglich oder zu beschäftigt?
Du magst denken: „Na und. Ist doch nicht so wichtig. Ich bin nicht so wichtig.“
Doch aus der Chaosforschung wissen wir, dass der Schlag eines Schmetterlingsflügels am anderen Ende der Welt einen Orkan auslösen kann. Ich habe mit Menschen gesprochen, die durch ein einziges Gespräch genau an der richtigen Stelle im richtigen Tonfall davon abgehalten wurden, sich das Leben zu nehmen. Die fünf wichtigsten Lektionen meines Lebens – ich kann sie alle haargenau erinnern – kamen alle in Form eines einzigen Satzes oder einer kleinen Geste – im entscheidenden Augenblick. Ich werde für immer für sie dankbar sein.
Wir denken, wir wären nicht wichtig, weil wir den Gesamtzusammenhang nicht erfassen. Wir begegnen uns kurz und hasten auseinander. Wir sehen nicht, dass unsere Worte im Bewusstsein des anderen nachklingen, wie die sanften Wellen auf der Oberfläche eines Sees, nachdem du einen Stein hineingeworfen hast.
Aus dieser Perspektive ist es lächerlich, wenn wir heute so viel Angst vor dem Verlust unserer Privatsphäre haben. Wir hatten nie wirklich eine Privatsphäre. Denken wir wirklich, nur, weil niemand unsere Gedanken sehen kann, wirken sie nicht auf Alles ein? Glauben wir wirklich, dass das, was hinter unseren verschlossenen Türen passiert oder eben leider nicht, hätte keinen Einfluss auf Alles?
Wir sind alle für immer miteinander verbunden.
Die Esoteriker erklären dies mit der Akasha-Chronik, dem Gedächtnis der Welt. Jeder Gedanke, jede Geste eines jeden Menschen wird hier für immer gespeichert.
C.G. Jung würde sagen: Das, was wir denken und tun, wirkt in das kollektive Unterbewusstsein der Menschheit hinein und beeinflusst von hier wieder alle.
Systemforscher können dir genau erklären, dass alles, was wir denken und tun, kleine und dennoch wirkungsvolle Kettenreaktionen in unserem sozialen Netzwerk und darüber hinaus auslöst.
Ob du es willst oder nicht, du hast zu uns allen eine Beziehung.
Ob du es willst oder nicht, du bist wichtig.
Je nachdem, wie du gestrickt bist, kann dich diese Perspektive stressen, zu Größenwahnsinn verleiten oder im positiven Sinne dazu verführen, dein Potenzial öfter wacher einzubringen.
Wenn du dich bremst, fehlst du uns allen. Wenn du deine Kraft entfesselst, kommt es auf unsichtbaren Pfaden bei uns allen an. Dich voll zu entfalten, ist nicht nur gesundes Selbstinteresse. Niemanden ist damit gedient, wenn du dich versteckst und dich weigerst zu scheinen.
Egal, wie du von dir denkst, ich möchte dir sagen, dass du wichtig bist. Dass du diese Zeilen gerade liest, macht in meinem Leben einen Unterschied. Die Art und Weise, wie du darauf antwortest, gestaltet mich. Du bist wichtig. für viel, viel mehr Menschen, als du dir wahrscheinlich vorstellen kannst.
Dein größtes Geschenk an die Welt ist zu teilen, wer du wirklich bist.
Du bist wichtig.
Ich wünsche dir einen Tag der aneinander gereihten Wunder.
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PS: Falls dich die Perspektive deiner absoluten Wichtigkeit verkrampfen lässt, kannst du dich wieder entspannen, indem du dir deiner absoluten Bedeutungslosigkeit bewusst wirst. Eine gute Art, dies zu tun, möchte ich dir morgen vorstellen.
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Beziehungen erblühen lassen: LoveRevolution

