Überforderung, Streß, Chaos – die Ohren weich halten

Freitag, 11. Juni 2010

Ohne Zweifel – wir leben in heißen Zeiten.

Die Temperatur im Schmelztiegel der Transformation nimmt für die meisten von uns zu – innen und außen.

Oft fragen mich meine Klienten, wie sie das Gefühl der Überforderung loswerden können. Gerade eben kam eine Frage einer Kursteilnehmerin dazu rein: “So langsam breitet sich das Gefühl der Überforderung bei mir aus. Es gibt so viel zu tun!”

Gut so.
Überforderung ist gut!
Überforderung bedeutet, in der Sprache der Chaosforscher: “Dein System steht an einem Bifurkations-Punkt”. Bifurkation = Zweigabelung.
Das System kann den neuen Input des Lebens nicht auf die alte Weise verdauen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten für das System…

a. Entweder es kollabiert und sackt in sich zusammen.
b. Es entwickelt sich auf eine nächst höhere Stufe.

Auch wenn das Beispiel abgedroschen ist: Autofahren lernen.
Am Anfang: Chaos, Überlastung, Gedanken wie “Das schaffe ich nie.” Schon selbst so erlebt?
Fünf Jahre später: Auf der Autobahn. 160km/h. Musik. Vielleicht sogar ein Telefonat (ist nicht gut , ich weiß). Und du? Voll entspannt dabei.
Was ist passiert? Das Auto ist dasselbe, doch deine Kapazität, damit umzugehen, hat sich erweitert.

Ein Leben der Transformation ist wie permanentes Autofahrenlernen. Keine garantierten 30Tage Urlaub. gerade dann, wenn du denkst: “Jetzt reicht es aber.” kommt der nächste Zen-Schlag. 

Es ist ein gutes Zeichen, wenn du dich in deinem Leben periodisch überfordert fühlst. You are alive!

“Was für eine Begrenzung, Glaubensmuster oder Konditionierung steckt da dahinter? Und wie kann ich das durchbrechen und mit Leichtigkeit und Vertrauen weiter machen?” 
Mein Tipp: Versuche nicht, Überforderung loszuwerden. Freunde dich damit an. Gib dich dem Rhythmus des Lebens hin.
Wenn ein baby auf die Welt kommt, ist es total überfordert. und die Gebärmutter ist überfordert. Viel zu eng. Viel zu dunkel.
Doch weder das Baby noch die Gebärmutter können am Prozeß zweifeln (dem Leben sei Dank!).
Sie geben einfach ihr Bestes und vertrauen instinktiv dem Leben.

Gib auch du dein Bestes und vertraue dem Leben, das schon einmal so genial war, dich durch diese Enge gut und sicher zu lenken.

Ein Leben im Wachstum bedeutet, dich immer und immer wieder überfordert zu fühlen.

Der Unterschied liegt darin, wie du mit den Phänomenen umgehst.

Wenn du sie als “falsch” bewertest, wirst du verkrampfen und dagegen kämpfen.
Wenn du verstehst, dass diese Zustände dazu gehören, schließt du Frieden damit.

Lerne, inmitten der Überforderung weich zu bleiben.

Sanft, freundlich.

Wie?

Nun, was hilft dir, weich zu sein?

Bei mir hilft…

Humor!!!!!
Ein gutes Essen.
Sport (sehr effektiv)
Sauna
Sex (war ja klar)
ein guter Film
Meditation
Klare Vereinbarungen, die klar eingehalten werden
Vollendete Kreisläufe
Vergebung als alltägliche Geisteshaltung

Think about it.

Leben kennt keinen Stillstand.

Es wächst oder es stirbt.

Wenn du dich lange Zeit nicht mehr überfordert gefühlt hast, frag dich, ob du noch am Leben bist.

 

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