Marie und das Lächeln der Delfine

Freitag, 18. September 2009

In den letzten News berichtete ich von Frieder, meinem kleinen stillen Freund. Ich habe noch nie auf einen Newsletter so viele, herzliche, berührende Antworten erhalten. Vielen Dank für dieses Netz des Mitgefühls über unseren ganzen Globus hinweg.

Heute möchte ich wie versprochen, noch einen weiteren Engel der Erde vorstellen, mit denen ich hier auf Bimini magische Tage verbringen durfte. Marie kennen viele von euch von unserer Delfinwebseite. Dort haben wir Geld für ihren Aufenthalt bei den Delfinen gesammelt. Vielen Dank noch einmal an alle großzügigen Spender, die mitgeholfen haben, Maries Traum zu erfüllen.

MarieDas, was Marie „hat“, wird Down-Syndrom genannt. Das, was Marie ist, wird „zauberhaft“ genannt. Deswegen heißt sie bei uns liebevoll „Marie, die Zauberbraut“. Marie ist in vielen Dingen meine Lehrerin.
Sie lehrt mich zu staunen. Selten habe ich eine so verzückte Zärtlichkeit gesehen, wie auf ihrem Gesicht, wenn sie den Jungen, in den sie gerade verliebt ist, anschaut.
Sie lehrt mich, meine Bewertung einer Situation total loszulassen. Zum Beispiel schwamm ich einmal mit Marie im Ozean und endlich, endlich waren wir umgeben von Delfinen – der Traum vieler Menschen wurde wahr! Doch… Maries Aufmerksamkeit galt einzig dem 12jährigen Jungen neben uns im Wasser.
Marie ist für mich wunderschön, denn sie erfüllt die Gegenwart. Sie verhält sich nicht nach antrainierten Konzepten und sie versucht nicht zu gefallen. Marie ist Marie.
Ihr „Nein!“ ist wie ein Fels in der Brandung. Wenn Sie liebt, liebt sie total. Und wenn sie tanzt, tanzt sie wie die alten Sufis.
Marie ist auch der erste Mensch, der mich dazu gebracht hat, mein Zimmer abzuschließen. Sie räumt nämlich gern auf. Ich habe noch drei Tage später Zahnbürste und Unterhose an ungewöhnlichen Orten wiedergefunden.
Das Wort, das mir als erstes einfällt, wenn ich an sie denke, ist „Staunen“.
Marie staunt sehr viel… zum Teil über Dinge, die wir nicht mehr für staunenswert halten, weil wir glauben, sie zu kennen.
Ich erinnere mich sehr gern an die Art, wie sie zärtlich ihren für meine Augen unsichtbaren Geliebten küsst. So innig und verzaubert möchte ich immer meinem inneren Geliebten begegnen.
Wann hast du das letzte Mal so richtig über etwas gestaunt?
In Liebe, dein Veit

 

PS: Marie ist mittlerweile oft zu Gast in unseren Seminaren. Es macht mich jedes mal glücklich, wenn ich sehe, wie selbstverständlich und natürlich sie von den meisten behandelt wird. Das Herz sieht die Gleichheit. Ich fühle eine tiefe Dankbarkeit für Menschen, die sich weltweit dafür engagieren, dass das, was scheinbar anders ist, sanft und liebevoll integriert wird.

Marie

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