Deine Gedanken erschaffen Dinge
Dienstag, 20. Juli 2010Veit Lindau, 20.07.2010
Gedanken erschaffen Wirklichkeiten
Ich habe gestern angekündigt, dass ich auf diese Behauptung noch einmal eingehe, denn sie wird, meiner Meinung nach oft fehlinterpretiert.
Entweder negiert („So ein Quatsch!“) oder magisch-narzisstisch übertrieben („Ich habe das ganze Universum erschaffen.“).
Unser Denken erschafft nicht die absolute Wirklichkeit – dazu ist es nicht fähig. Das wäre wie der Versuch, den Ozean in einer Teetasse einzufangen. Wenn du den Ozean schmecken möchtest, musst du die Teetasse in den Ozean werfen. Das Denken löst sich in der Stille auf.
Jeder von uns hat schon solche Augenblicke erlebt. Meist kommen sie überraschend. Beim Anblick eines Neugeborenen oder eines Sonnenaufgangs. In der Meditation, im Flow bei Sport oder Kunst, im Sex. Plötzlich stoppt der Geist. Du bist immer noch da, aber du versuchst die Welt nicht mehr über Gedanken zu begreifen. Dieser Zustand hält manchmal nur für Augenblicke an. Doch eine Sekunde in der Menschenwelt ist eine Ewigkeit in der Welt der Stille. Sobald du anfängst, darüber nachzudenken, bist du wieder „hier“ – in der relativen Welt. Ohne es beweisen oder mit Worten beschreiben zu können, weißt du jedoch, dass du gerade absolute Wirklichkeit gekostet hast. Du warst voll da – aber dein Kopf hatte keinen Eintritt.
Denken ist nicht fähig, das Absolute zu erfassen. Denken erschafft lediglich innere, begrenzte Landkarten der Wirklichkeit, auf die wir uns dann beziehen. Wozu dann überhaupt Denken, könnte man sich fragen? Ist es nicht besser, es ganz abzuschalten?
Schalter finden – Denken abschalten – Problem gelöst?
Ich würde dir gern vier pragmatische Argumente anbieten, die gegen diese Radikallösung sprechen…
- Ist mir noch nie jemand begegnet, der den Hauptschalter gefunden und so nie wieder gedacht hat.
- Vertraue ich der evolutionären Intelligenz des Lebens. Wenn es mir einen Neocortex spendiert, der sich erwiesenermaßen immer noch entwickelt, hat es sich sehr wahrscheinlich etwas dabei „gedacht“.
- Brauchen du und ich das Denken, um uns in der relativen Welt der Erscheinungen zu Recht zu finden.
- Wirkt dein Denken gestalterisch auf Alles ein und es macht Sinn, dies so bewusst wie möglich geschehen zu lassen.
Hier einige konkrete Beispiele für die Mitwirkung deines Denkens im Spiel des Lebens…
Dein Denken beeinflusst permanent deinen Körper. Praktischer Beweis: Denke intensiv an dein schlimmstes Erlebnis und achte darauf, was dabei in deinem Körper geschieht. Dann stelle dir eine wunderschöne erotische Fantasie vor. Und, verändert sich etwas?
Dein Denken beeinflusst, was du fühlst. Die meisten unserer Emotionen entstehen nicht spontan, sondern werden durch die Art provoziert, wie wir über bestimmte Ereignisse in unserem Leben denken. Es ist z.B. nur möglich, dich wie ein Verlierer zu fühlen, wenn du dich mit irgendjemanden vergleichst.
Dein Denken findet Lösungen oder erschafft Probleme.
Dein Denken öffnet dich für neue Möglichkeiten oder beweist dir, dass du Recht hast.
Dein Denken initiiert Handlungen oder lässt dich auf der Couch verzweifeln.
Dein Denken beeinflusst deine Mitmenschen.
Dein Denken entscheidet, ob du in einer Beziehung nach Verbindung oder Trennung suchst. Nach dem Hässlichen oder dem Schönen.
Dein Denken wirkt sich genauso auf deine Finanzen wie den Inhalt deines Kühlschranks aus.
Denken kann uns nicht die absolute Wirklichkeit begreifen lassen. Genau so wenig, wie ein Stadtplan eine Stadt erklären kann. Doch ein guter Stadtplan gibt uns die Richtung vor.
Klares Denken schenkt Orientierung in einer Welt der tausend Möglichkeiten.
Unklares Denken schafft Verwirrung für dich und deine Umgebung.
Wenn dein Leben zufriedenstellend läuft, brauchst du am Denken nichts zu verändern. Wenn du jedoch in manchen Bereichen immer wieder gegen die Wand rennst, macht es vielleicht Sinn, den Stadtplan auszutauschen.
Verändere die Art, wie du über die Welt denkst
und die Welt verändert sich.
Es braucht genauso lange, einen kleinen, begrenzenden Gedanken zu denken wie einen großen, freien, verrückenden, dich elektrisierenden…
Du wirst an einem Tag wie heute durchschnittlich 50.000 Gedanken denken.
Womit willst du deine Zeit verbringen?
Wähle.
Die Welt wartet auf dich.
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Denke freier und klarer darüber, wer du bist und was du willst: ThinkBigEvolution.

