Erfahrungsberichte vom Teencamp
Marai
„Das Teen Camp war ohne Frage eine wichtige Erfahrung in meinem Leben.
Noch nie habe ich innerhalb so kurzer Zeit so intensiv gelebt. Gleich vom ersten Tag an habe ich mich innerhalb der Gruppe richtig wohl gefühlt, obwohl ich zugeben muss, dass ich anfangs ein bisschen Angst hatte, was da wohl auf mich zukommt. Gleichzeitig war ich aber total neugierig und voller Vorfreude. Es ist ein super Gefühl, sich auf etwas ganz Neues, Unbekanntes einzulassen, etwas zu tun, was man noch nie getan hat. In diesen Tagen hatte ich total das Gefühl, ich kann sein, wer ich wirklich bin. Keiner hat von mir erwartet, anders zu sein. Ich wurde so akzeptiert wie ich bin, keine Lügen, keine Verstellung. Wir alle waren ganz offen und ehrlich zueinander.
Wenn es Probleme gab, konnte man darüber reden. Wir haben gemeinsam eine Lösung dafür gefunden, ohne gleich in wilden Streit auszubrechen. Die ganze Gruppe ist in dieser Zeit zu meiner Familie geworden. Dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit und gleichzeitig warmherziger Geborgenheit, was mir alle aus dem Team vermittelt haben, ist einfach unbeschreiblich schön.
Ich habe in diesen vier Tagen viel nachgedacht, mich viel mit meinem eigenen Leben beschäftigt und damit, was ICH eigentlich will. Vieles was für mich selbstverständlich war, habe ich viel mehr schätzen gelernt. Ich bin in meine Kraft gekommen und es fühlt sich super an!
Am Ende des Teencamps hatte ich eine totale Ruhe in mir.
Ich habe in der Zeit nicht nur wirklich gute Freunde gefunden, sondern habe sehr, sehr viel gelernt. Ich konnte so viele schöne Dinge mitnehmen, die es mir so leicht machen, nicht immer alles negativ zu sehen. Das Leben macht noch viel mehr Spaß so. Doch ich habe mich wirklich verändert, was ich nicht gedacht hätte. Plötzlich merkte ich, Dinge über die ich früher immer hinweggesehen habe, es störte mich auf einmal wenn Leute, innerhalb der Klasse zum Beispiel, einfach losredeten und so gar nicht aufeinander achteten, obwohl ich das auch gemacht habe. Ich bin viel offener geworden. Es ist, als ob man mir einen Mantel abgenommen hat. Einen Mantel aus Unachtsamkeit, Feigheit und Unehrlichkeit. Ich fühle mich frei. Es geht mir super, denn ich bin in meiner Kraft!!!
Danke, dass ihr das ermöglicht habt!!!!!!
In Liebe
Marei”
Kira
„Alles fand in einem kleinen Dorf statt, namens Rade. Einerseits war es total abgeschieden vom Leben, andererseits mittendrin.
Voller Erwartungen und Neugier setzte ich mich an die Vorbereitungsaufgaben, eine Bildercollage von meinem bisherigen Leben. Sorgfältig klebte ich die Bilder auf ein großes Blatt Papier, dazu hatten wir die Aufgabe unsere wichtigsten Lebensereignisse aufzuschreiben. Und ein Musikstück, ein bedeutsames Musikstück. Dann ging es los.
Wir hatten keine Ahnung was uns erwartet, allen war etwas mulmig zu Mute. Veit, unser Seminarleiter, schaute in die Runde. „Wer von euch hat etwas Bammel?“ Vereinzelte Hände erhoben sich, bis schließlich fast alle ihre Hände in die Luft gestreckt hatten. Ein bunter Haufen von 17 Leuten waren wir, wovon ich allerdings die meisten kannte. Wir waren aus ganz Deutschland angereist, unsere Jüngsten waren 13, unser Ältester 18. Dazu waren dort 7 Erwachsene plus Veit, die uns diese Tage begleiten würden. Wir waren alle so unterschiedlich, dass es die besten Vorraussetzung für fünf intensive Tage war. Wenn du denkst, nachdem du die Gruppe samt Veit kennen gelernt hast, weißt du ungefähr was dich erwartet – hast du falsch gedacht. Jeden Tag erwarteten uns wieder neue Aufgaben, neue Überraschungen.
Am Ende jeden Tages war ich voll neuer Erkenntnisse, neue Möglichkeiten öffneten sich mir. Längst vergessene Träume wurden wieder präsent. Ich sah plötzlich neue bisher verborgene Türen und neue Wege. Jeden Tag konnte ich eine völlig neue Seite an mir kennen lernen. Ich ging an meine Grenzen. Ich wollte wissen, was noch in mir steckt, jeder wollte das wissen, und dazu mussten wir uns voll drauf einlassen. Die anderen unterstützten mich mit all ihrer Kraft, genau wie ich sie unterstützte. Wir waren füreinander da, lernten die Stärken und die Schwächen der anderen kennen. Jeden Tag wuchs unsere Gruppe mehr zusammen. Wir wurden eine große Familie. Jeder gehörte so ganz dazu, und wenn uns jemand verlassen hätte, hätten wir ein Familienmitglied verloren. Es gab kein Zurück mehr, jedoch bereute ich auch keine Sekunde, dabei gewesen zu sein.
Wir teilten alles miteinander, alle Probleme, alle Wünsche, alle Träume. Alle Themen, die uns wichtig waren, wurden angesprochen, wie z.B. Sexualität, Beziehungen, oder auch unsere Kindheit. Wir lachten zusammen, weinten zusammen. Wir redeten viel, waren laut und ausgelassen und tanzten wild. Dann waren wir auch leise, wir schwiegen zusammen und wir hörten einander zu. Nichts war hier peinlich, wir konnten alles aus uns rauslassen und uns vollkommen für die Welt öffnen. Ich glaube in diesen fünf Tagen habe ich gelernt, was es heißt wirklich zu leben und dabei glücklich zu sein.
Niemals werde ich diese Tage vergessen – oder diese Gruppe vergessen, so tief haben sie sich in mein Gedächtnis und mein Herz gebrannt. Ich finde jeder Teen hat es verdient, eine solche Initiation zu erfahren. Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die ersten sein und diese wunderbare Atmosphäre, die wir in diesen Tagen in Rade erlebt haben, in die Welt tragen. Wenn alle Menschen so miteinander leben, oder nur annähernd so leben, wie wir in Rade, dann würde sich unsere Gesellschaft in eine liebende, glückliche, einander annehmende und vertrauende Gemeinschaft verwandeln. Und ich glaube daran, dass wir dies schaffen können!”
Kira Shoshana Nierste
Life Trust News
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