Unser Integrales Themenlexikon

Hier haben wir einige Themen, Begriffe und Namen zusammengestellt, die immer wieder auf unseren Seiten oder in unserer Arbeit auftauchen. Die meisten Definitionen haben wir Wikipedia entnommen und geben sie hier in komprimierter Form wieder.

Integrale Theorie
Spiral Dynamics
Enneagramm
Ken Wilber
Don Beck
Clare W. Graves

 

Integrale Theorie

Die Integrale Theorie, integrale Weltsicht oder auch integrale Philosophie ist eine Weltanschauung, die versucht, eine umfassende Sicht des Menschen und der Welt zu entwickeln, indem sie versucht, prämoderne, moderne und postmoderne, östliche und westliche Weltsichten sowie spirituelle Einsichten und wissenschaftliches Denken zu integrieren. Vertreter der Integralen Theorie sind unter anderem Aurobindo Ghose, Jean Gebser und Ken Wilber.

Die Integrale Theorie ist im Wesentlichen ein systematisches Modell für eine holistische Welterklärung. Sie ist unter anderem auf der Annahme aufgebaut, dass der Mensch neben dem personalen Tagesbewusstsein auch über weitere natürliche Bewusstseinszustände verfügt. Der wichtigste gegenwärtige Vertreter der integralen Theorie, Ken Wilber, vertritt die Auffassung, dass auch mystische und spirituelle Erfahrungen Wissen über die Natur vermitteln können und deshalb in einem umfassenden Weltmodell ebenso wie wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden müssen. Mittels geeigneter Übungsmethoden wie der Meditation sei es sogar möglich, diese intersubjektiv zu überprüfen. Dies wird auch mit der Ähnlichkeit dieser spirituellen Erfahrungen quer durch alle Kulturen und Epochen sowie ihrer prinzipiellen Zugänglichkeit durch meditative Praxis begründet.

Ein Aspekt integraler Theorie besteht darin, zwischen den verschiedenen Ansätzen zur menschlichen Subjektivität zu vermitteln. So wird einerseits davon ausgegangen, dass das individuelle Ich oder Ego nicht die höchste Qualität menschlicher Handlungsfähigkeit darstellt, sondern in einem komplexeren transpersonalen Selbst aufgehen kann, das auch die anderen Wesen im eigenen Denken, Fühlen und Handeln berücksichtigt. Andererseits wird jedoch die Bedeutung des Ich als zentrale Instanz individueller Handlungsfähigkeit betont und sich damit von spirituellen Ansätzen abgegrenzt, welche das Ich in universeller Einheit auflösen möchten.

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Spiral Dynamics

ist ein kultursoziologisches Modell von Don Beck und Chris Cowan. Ihr Entwicklungsmodell, vorgestellt im gleichnamigen Buch von 1996 (dt. 2007), basiert auf den Arbeiten des US-amerikanischen Psychologen Clare W. Graves. Das Buch richtet sich an ein Management-Publikum, fand aber wegen der dargestellten Konzepte, die eine griffige Beschreibung von Kultur und Psyche des Menschen bieten, eine Leserschaft – einschließlich des US-amerikanischen Philosophen Ken Wilber –, die weit über den angezielten Adressatenkreis hinaus reicht.

Spiral Dynamics behauptet, dass die menschliche Natur nicht festgelegt ist: Menschen sind unter drängenden Umständen fähig, ihre Umwelt durch neue konzeptionelle Modelle der Welt so zu gestalten, dass die neu entstandenen Probleme bewältigt werden können. Jedes neue Modell schließt alle vorherigen Modelle ein. Nach Beck und Cowan sind diese konzeptionellen Modelle in der Peripherie sogenannter vMeme organisiert: Systeme mit Kernkompetenzen oder kollektiven Intelligenzen, die sowohl individuell wie auch für die ganze Kultur nutzbar sind.

 

Enneagramm

Das Enneagramm unterscheidet neun verschiedene Persönlichkeitsmuster und beschreibt ihre Beziehungen zueinander. Der Name stammt aus dem Griechischen; ennea ist das griechische Wort für “neun” und gramma bedeutet “Modell”.

Nach dem Enneagramm hat jedes Persönlichkeitsmuster eine bestimmte Weltsicht und betrachtet die Welt durch einen entsprechenden Filter. Davon ausgehend wird es möglich zu erklären, warum Menschen sich auf eine bestimmte Weise und nicht anders verhalten. Damit trägt das Enneagramm zum Verständnis für andere bei. Indem die Typologie des Enneagramms beschreibt, wie sich die Grundmuster in positiven wie negativen Situationen verändern, zeigt es zugleich Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung.

Auch in diesen Veränderungsprozessen – von alltäglichen Abläufen bis hin zu spiritueller Verwandlung – ist das Enneagramm hilfreich; es trägt dazu bei, sich selbst, den Mitmenschen und zugleich dem Göttlichen neu und vertieft zu begegnen. Dabei zeigt das Enneagramm innere Wege der Reifung und Verwandlung, die persönlich stimmig sind und zugleich auf einer gesunden spirituellen Praxis fußen.

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Ken Wilber

US-amerikanischer Autor im Bereich der Integralen Theorie, der vor allem über Psychologie, Philosophie, Mystik und Spirituelle Evolution schreibt. Im Jahr 1998 gründete er das Integrale Institut. Er lebt und arbeitet in Denver.

Ken Wilber befasst sich mit der Zusammenführung von Philosophie, Wissenschaft und Religion, den Erfahrungen der Mystiker und der Meditation mit denen der modernen Forschung. Er gilt als einer der Hauptvertreter einer so genannten „Transpersonalen Psychologie“, obwohl er sich von dieser seit längerem distanziert hat, weil Teile seiner Überlegungen nicht mehr mit dieser Richtung übereinstimmen. Da er die Wichtigkeit von Spiritualität betont, wird Wilber unzutreffenderweise oft auch dem New Age zugeordnet, obwohl er der New Age-Bewegung großenteils sehr kritisch gegenübersteht. Er wird als Protagonist des Integralen Denkens und als Vertreter einer post-postmodernen, postmetaphysischen und postrationalen Spiritualität des Neo-Perennialismus (in Abgrenzung zur eigentlichen Philosophia perennis) gesehen. Seine integrale Philosophie orientiert sich an fernöstlichen Weisheitstraditionen des Nicht-Dualismus und entwickelt diese weiter.

Wilbers Denken fußt auf den Ideen von Plotin, Meister Eckhart, Sri Aurobindo, des deutschen Idealismus, des Advaita Vedanta Hinduismus, des tibetischen Buddhismus, Jean Gebser, Jürgen Habermas, Jean Piaget, Lawrence Kohlberg, Arthur Koestler, Teilhard de Chardin, Alfred North Whitehead, Clare W. Graves, Rupert Sheldrake und vieler anderer. Er will die Stärken und Schwächen verschiedener weltanschaulicher und philosophischer Richtungen aufzeigen und einen theoretischen Rahmen entwickeln, in dem verschiedene Traditionen Platz haben. Deshalb trägt diese Denkrichtung die Bezeichnung Integrale Theorie.

Wilbers rund 20 Bücher wurden bisher in 30 Sprachen veröffentlicht.

 

Don Beck

US-amerikanischer Management-Berater und Koautor (mit Chris Cowan) des Buches Spiral Dynamics.

 

Clare W. Graves

Amerikanischer Professor für Psychologie und Begründer der Ebenentheorie der Persönlichkeitsentwicklung. Etliche Management-Theoretiker haben sich u.a. durch Graves’ „Emergent Cyclic Levels of Existence Theory“ inspirieren lassen. Chris Cowan und Don Beck benutzten sie als Basis für ihr Buch Spiral Dynamics. Sowohl Graves’ Theorie wie auch Becks Modell beeinflussten den amerikanischen Philosophen Ken Wilber, der seine Integrale Theorie hieraus entwickelte. Graves’ Sicht der Persönlichkeit reicht vom persönlichen Coaching bis zur Beurteilung von Führungskräften, von der Organisationsberatung bis zur Sozialpolitik. 

 

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